Vom Röstigraben über Paraguay bis Tunesien: Josef Zahno, eine Bilderbuchkarriere

Während ich auf meinen Interviewpartner warte, stelle ich mir einen harten Karrieremann vor, dessen Zeit Gold wert ist, der klar und dezidiert ist und sich kurzhält. Dann kam er, ein grosser Mann mit freundlichem Blick, sehr zuvorkommend, kommunikativ, offen und sympathisch.

Er hat fünfzig Jahre Branchenerfahrung im Bereich Handel und Transport, sammelte in seinem Leben unzählige interessante, internationale Erlebnisse und Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Kulturen und baute seine Bilderbuchkarriere inmitten einer von politischen Unruhen und Spannungen geprägten Zeit auf.

Ein Gespräch mit ITS-Verwaltungsratspräsident Josef Zahno.

 

ein Interview von Jenny Settembrini

 

Sie sind Verwaltungsratspräsident der ITS International Transport & Shipping Ltd.
Wie kam es dazu?

Ich wurde damals als Berater zu den Verhandlungen beigezogen, und irgendwie eröffnete sich dann diese Option und die Idee gefiel mir. Ich war damals bereits viele Jahre in der Branche tätig und kannte mich gut aus.

Wollten Sie schon immer in diese Branche?

Ich bin im Kanton Fribourg, am Röstigraben aufgewachsen. Ich machte eine KV-Lehre, damals arbeitete ich für einen Eisenwarenhändler. Danach habe ich für die VSK (heute Coop Schweiz) gearbeitet. Ich machte dann schon sehr früh eine eidgenössische Weiterbildung zum Buchhalter. Rückblickend katapultierte mich diese an meine wichtigsten Positionen und ich wurde später Finanzchef diverser renommierter Unternehmen in der Speditionsbranche. Ich sage immer, dass dieses Diplom damals für mich und meine Karriere wie ein 6er im Lotto war. Ich war knapp 28 Jahre alt und bereits Finanz- und Personalchef eines internationalen Unternehmens.

Welches waren Ihre Hauptaufgaben?

20 Jahre lang war ich für den Markt Paraguay und Brasilien zuständig. Anfänglich wusste ich nicht viel über diese Länder und damals hatten wir nicht die Kommunikationsmöglichkeiten von heute. Ich musste viel vor Ort sein, um die Projekte zu begleiten, Verträge zu unterschreiben, neue Kunden zu treffen und so weiter. Vor allem Paraguay war im letzten Jahrhundert ein schwieriger Arbeitsort, das Land stand unter einem hohen, politischen Druck und es herrschte viel Korruption. Es war nicht einfach, dort zu arbeiten und Geschäfte zu machen. Das Land ist heute noch gefährlich, letztes Jahr wurde der Sohn eines ehemaligen Geschäftspartners von mir entführt…

Wie stehen Sie zu der Digitalisierung?

Ich habe bereits 1973 als Chef Rechnungswesen die gesamte Debitorenbuchhaltung auf Computer umgestellt. In dieser Zeit gab es noch nicht viele digitale Möglichkeiten, und es war für einen Finanzchef sehr schwierig, den Überblick zu behalten. Ich habe die digitale Entwicklung sehr begrüsst, sie hat mir das Leben als Finanzchef laufend vereinfacht. Meine Begeisterung für den digitalen Fortschritt blieb nicht unbeachtet und so übernahm ich in diesen Jahren auch die Verantwortung für die IT-Entwicklung im damaligen Unternehmen.

Welches war die spannendste Erfahrung, die Sie gemacht haben?

Da gibt es unzählige Erfahrungen, die ich spannend fand. Zum Beispiel war ich als CFO einer Grossfirma auch zuständig für neue Märkte. Damals durfte ich viel in den Osten reisen. Dann war ich 11 Monate in Tunesien, als wir die Duty-Free-Shops vom Staat abkauften. Ich durfte fremde Kulturen kennenlernen, viele interessante Gespräche mit spannenden Menschen führen, ich habe sogar KGB Spione kennengelernt. Es waren sehr interessante Jahre.

Bis zu einem Alter von 75 Jahren haben Sie noch 80 % gearbeitet. Wieso haben Sie nicht früher aufgehört?


Ich hatte einen anderen Plan; ursprünglich wollte ich mich mit 62 frühpensionieren lassen. Aber wie es im Leben so ist, kommt es nicht immer, wie man es sich vorstellt. Meine Frau verstarb sehr plötzlich noch vor meiner Pensionierung, und so stürzte ich mich wieder in die Arbeit. Ich machte weiter und später kam dann die ITS…

Kannten Sie Massimo, Javi oder Fabrizio bereits vor der Zusammenarbeit mit der ITS?

Nein.

Was macht Ihnen am meisten Spass an dem Job mit der ITS?

Die Arbeitseinstellung des Teams. Im 2020, als die Pandemie noch ganz am Anfang stand, bekam das ITS-Team die Info, dass einige Touristen feststeckten und nicht wussten, wie sie heimkommen sollten. Massimo und das Team haben während der Ostertage Menschen und Fahrzeuge aus den unterschiedlichsten Ländern in ihre Heimatländer zurückgeholt.

Es waren Menschen aus Chile, aus Jordanien…. Deutsche, Schweizer, Holländer… Das hat uns einmal mehr gezeigt, wie die ITS tickt. Da haben sie klar bewiesen, dass sie echte Dienstleister sind, egal, wann man sie braucht.

Hat sich die ist so entwickelt, wie Sie es erwartet haben?

Nein. Die ITS hat es geschafft, ihren Umsatz um das Zehnfache zu vergrössern, und das trotz des grossen Preisdruckes, des Konkurrenzkampfes und des Fachkräftemangels in der Branche.
Wir haben schon erwartet, dass es ein Wachstum geben wird, aber niemand hätte gedacht, dass es so eine Erfolgsgeschichte wird.

Wenn Sie Massimo in drei Adjektiven beschreiben müssten, welche wären es?

Mir fallen mehr als drei ein: Flexibel – instinktiv – furchtlos – direkt und pur.

Massimo ist genau das, was er zeigt.

Welches ist aus Ihrer Sicht das Erfolgsrezept der ITS?

Die Fokussierung auf das Wichtigste. Sie machen die richtige Selektion, um effizient zu arbeiten.